Chancengleichheit, eine Frage der Unternehmenskultur?

Eine von Respekt und Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur ist das entscheidende Schlüsselmerkmal von Firmen, in denen Frauen dieselben Chancen vorfinden wie Männer. Das ist das Ergebnis eines interaktiven „World Cafés“ zu Corporate Social Responsibility (CSR) und Frauenförderung, das auf der Bundestagung der Business and Professional Women (BPW) Germany am 29. Oktober in Saarbrücken stattfand.


Der weiche Faktor „Unternehmenskultur“ wurde von den rund 70 Teilnehmerinnen der Veranstaltung als deutlich zentraler für Chancengleichheit bewertet als etwa die Forderung nach gemischten Teams auf den Führungsebenen oder eine geschlechtergerechte Entlohnung. „Berufstätige Frauen wünschen sich die Anerkennung gerade auch der verschiedenartigen Kompetenzen und Potenziale“, kommentiert Dr. Bettina Schleicher, Präsidentin des BPW Germany, das Resultat „Ist die Haltung im Unternehmen von ehrlichem Respekt füreinander geprägt, werden auch Aufstiegschancen und Lohnsysteme gerechter gestaltet.“

Dr. Christiane Pfeiffer, die den BPW seit zwei Jahren in Sachen CSR begleitet und die Veranstaltung inhaltlich leitete, wertet das Ergebnis als Signal in Richtung Mitarbeiterkommunikation und Führungskräftetraining: „Die Unternehmenskultur ist der Schlüssel, damit CSR-Einzelaktivitäten zu Frauenförderung greifen und glaubwürdig sind.“ Chancengleichheit und Wertschätzung hingen eng zusammen und müssten ihren Platz finden – sowohl in der internen Kommunikation als auch in der Weiterbildung der Führungskräfte. „Die Frauen – ob als Mitarbeiterinnen oder als Kundinnen – beobachten sehr sensibel, ob das CSR-Engagement bloße Imagepolitur oder aufrichtig in der Unternehmenskultur verankert ist.“

Die Veranstaltung zu CSR auf der diesjährigen Herbsttagung des BPW Germany fand in Form eines „World Cafés“ statt. In zwangloser Bistro-Atmosphäre diskutieren die Teilnehmerinnen dabei in wechselnden Kleingruppen zentrale Fragen und tauschen sich anschließend im Plenum aus. „Die Methode erlaubt es, auch bei großen Teilnehmergruppen ein sehr genaues Meinungsbild zu zeichnen“, erläutert Myriam Mathys, Großgruppenmoderatorin und 1. Vizepräsidentin des Verbands, die die Veranstaltung moderierte.

Der BPW ist ein internationales, berufsübergreifendes Netzwerk für Frauen, das in Deutschland mit bundesweit 37 Clubs aktiv ist. Seit zwei Jahren beschäftigt sich der BPW Germany unter der Leitung von Dr. Christiane Pfeiffer mit CSR und unterstützt Kooperationspartner aus Wirtschaft, Medien und Politik in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf.

Business and Professional Women (BPW) Germany:
Mit 37 Clubs und rund 1.700 Mitgliedern gelten die Business and Professional Women BPW) Germany als das bedeutendste branchen- und berufsübergreifende Frauennetzwerk in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und 1951 neu gegründete Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen, Tagungen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobby- und Projektarbeit auf nationaler und internationaler Ebene. Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien und Politik und unterstützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. Der Verband ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt.

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