Setzt man die Kultur des Menschen im Sinne der Dinge, die er gestaltet, mit der Uhr und die Natur als Raum-Zeit-Gefüge, das sich – letztlich – der menschlichen Gewalt entzieht, mit der Zeit gleich, so stellt die Uhr ein Objekt dar, das wohl wie kein anderes die Spannung zwischen den beiden Polen auszudrücken vermag.
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Die Zeit schreitet unaufhörlich und kontinuierlich voran. Sie verrinnt, wie es der berühmte Maler Salvador Dali bereits mit seinen fließenden Uhren so schaurig schön und drastisch dargestellt hat. Die Uhr versucht Ordnung in den unaufhörlichen Fluss der Zeit zu bringen. Aber Uhren sind nicht selten nicht nur funktionale Geräte, die uns helfen, unser Leben bis ins Detail zu steuern. Manche Uhren scheinen auch der Versuch zu sein, dieser Macht – der verrinnenden Lebenszeit – ein hübsches Gesicht zu geben. Als historisches Beispiel mag die 5-Minuten-Uhr in der Semperoper in Dresden gelten. Obwohl sie von einem hochpräzisen, sekundengenauen Uhrwerk gesteuert wird, zeigt sie die Zeit nur auf fünf Minuten genau an.
Als in den 1970er Jahren Uhren mit Digitalanzeige den Markt eroberten, prophezeiten nicht wenige, dass die analoge Uhr ausgedient habe. Viele Hersteller klassischer Uhren gerieten in Schieflage, weil die digitale Anzeige mit einer höheren Genauigkeit gleichgesetzt wurde. Zudem waren diese elektronischen Uhren recht preiswert und boten mit der Zeit immer mehr Zusatzfunktionen. Vor allem für den Outdoor-Bereich sind sie auch heute noch die erste Wahl, wenn es beispielsweise darum geht, dem Kletterer in den Bergen alle lebenswichtigen Informationen über seinen Körper, seine Position und die Umgebungsbedingungen anzuzeigen. Die Uhrzeit selbst gerät dabei in den Hintergrund.
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Im Hintergrund arbeiten auch viele Uhrwerke (elektronische wie mechanische), um die vielfältigsten Funktionen auszuüben. Das reicht vom Computer bis zu Hifi-Geräten und hört bei Haushaltsgeräten und industriellen Großmaschinen noch lange nicht auf. Selbst ein Auto wird heute durch eine Vielzahl von Zeitmessern gesteuert.
Bei den reinen Anzeigeinstrumenten, also Armband-, Wanduhren usw. hat sich mittlerweile wieder die analoge Anzeige durchgesetzt. Und diese Entwicklung ist sicher nicht nur mit der besseren Ablesbarkeit zu erklären. In den Augen vieler erreicht nur die analoge Uhr die wahre zeitlose Eleganz.