Wertschöpfungskette von Kunst im Wandel der Zeit

Am Anfang ist der kreative Moment, in dem der Künstler seine Vorstellung auf die Malerleinwand projektiert. Nachdem das Bild gemalt ist, wird es vom Galeristen ausgestellt und mit ein bisschen Glück verkauft. Wird der Künstler bekannt, werden seine Reproduktionsrechte in der Regel von den großen Verwertungsgesellschaften wie z.B. der VG-Bildkunst vermarktet. Diese vermitteln dann die Bildrechte wiederum an Reseller wie z.B. Verlage, Postershops oder Werbeagenturen. Erst durch die Reseller entstehen dann aus abstrakten Bildrechten handfeste Produkte in Form von Postern, Buchcovern oder Werbekampagnen.

An dieser Wertschöpfungskette hat sich auch mit dem Aufkommen des Internets bislang wenig geändert. Zwar gibt es immer mehr Künstler, die Ihre Bilder auf eigenen Webseiten ausstellen und zum Verkauf –teilweise auch zur Vermietung – anbieten, allerdings erfolgt dieses in den häufigsten Fällen ausschließlich zu Lasten der Galeristen. In den allermeisten Fällen vermarkten die Künstler nur ihre Originalwerke über das Internet und nicht ihre Bildrechte.

Doch die Zeiten ändern sich. Das im Jahre 2002 gegründete Kunstportal www.wooop.de der Hamburger Firma World of Oilpainting GbR, bietet jungen Künstlern im Rahmen eines Artist-Publisher-Programms die Möglichkeit, Ihre Bildrechte weltweit zu vermarkten. Die Firma hilft bei der Digitalisierung der Bilddaten, kümmert sich um die Vertragsgestaltung und vermarktet die Reproduktions- und Bildrechte der Künstler direkt an Reseller oder Endkunden.

„Die Aufnahme in unser Verzeichnis ist kostenfrei und bietet den Künstlern viele Vorteile“ berichtet der Geschäftsführer der Internet-Firma Boris Schmidtke (37). „Durch unsere vielseitigen Werbeaktivitäten erhöhen wir den Bekanntheitsgrad und die Präsenz des Künstlers und machen ihn einem internationalen Publikum zugänglich. Außerdem legt der Künstler bei uns selber die vertraglichen Bestimmungen über Art und Umfang der Vermarktung fest. Last but not least weisen wir den Künstler auf Rechtsverletzungen hin, die ihn oder seine Werke betreffen, sofern wir davon Kenntnis erhalten“.

Die Strategie der Hamburger scheint aufzugehen: Durch die zunehmende Popularität der Seite häufen sich die Anfrage von Künstlern auf der Suche nach einer Vermarktung ihrer Bildrechte. Der steigende Bildbestand wiederum führt zu einer größeren Onlinepräsenz und damit zu steigenden Besucher- und Kundenzahlen. Nach Auskunft der World of Oilpainting GbR sind derzeit rd. 20.000 Bilder von gemeinfreien und nicht-gemeinfreien Künstlern auf der Domain www.wooop.de abrufbar. Tendenz stark steigend.

Die Kommentare sind geschlossen.