Finanzen und Kultur

Kultur – dieses Wort lässt uns zunächst an alle schöngeistigen Dinge denken wie Musik, Malerei oder Architektur. Wir sprechen von der griechischen Kulturgeschichte, von der asiatischen Tischkultur oder von fremden Kulturen. Kultur meint dabei im Gegensatz zur Natur ganz allgemein all das, was der Mensch gestaltend erschafft. Ob nun der Einzelne oder eine bestimmte Gruppe oder eine ganze Nation spielt dabei keine Rolle.

Bei Finanzen denken wir in erster Linie an Geld, jedoch gehören auch andere Finanzgüter wie Immobilien, Aktien, Festgeld und sonstige geldwerte Dinge und Wirtschaftsgüter dazu.

Den Umgang mit Geld kann der Mensch erlernen und gestalten. Dabei spielen grundlegenden Fragen eine Rolle wie zum Beispiel der Stellenwert des Geldes ganz allgemein. Wie ist mein Umgang mit Geld, wie gebe ich mein Geld aus und wofür, wie und wie viel spare ich, und wann und unter welchen Umständen mache ich Schulden? In diesen Fragen unterscheiden sich die Menschen. Die Entwicklung der individuellen Finanzkultur beginnt somit schon mit dem ersten Taschengeld.

Finanzkultur betrifft aber auch die Wirtschaftsunternehmen und die Politik. So forderte bereits 2001 Horst Köhler, damals noch Direktor des Internationalen Währungsfonds, „eine Finanzkultur, die sich an dauerhafter Wertebildung orientiert und Eigenkräfte des privaten Sektors mobilisiert“.

Gerade in den letzten Monaten war immer wieder von „der Bankenkultur“ die Rede. Wie gehen Banken mit dem Geld Ihrer Kunden um und wie sieht ihre Beratungstätigkeit aus. Auch dies ist alles Ausdruck einer spezifischen Finanzkultur.

(P14)

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